Migration in das SAP Cloud for Customer – Bewegungsdaten

In unserem Blog-Eintrag von Gestern haben wir uns bereits mit der Migration der Stammdaten beschäftigt. Nun steht heute die Migration der Bewegungsdaten auf userer ToDo-Liste. Bevor ich jedoch mit der Migration der Bewegungsdaten beginne, steht die Standardfrage im Raum: „Was wollen wir genau migrieren?“.„Alles!!!“, ist die Standardantwort dazu. Derartige Antworten empfehle ich, aus der Erfahrung heraus, sofort kritisch zu hinterfragen.

Eine Datenmigration betrachten wir immer wie einen Umzug. Dabei kennt man die Regel: „Ein Umzug ist die perfekte Gelegenheit zum Ausmisten, denn je weniger man mitnehmen will, desto schneller geht’s“. In unserem Fall handelt es sich ebenso um eine Menge an Daten, welche teilweise nicht unbedingt benötigt werden. Daher wird jetzt versucht möglichst gut aufzuräumen.

Beispiel: Brauchen wir wirklich alle Besuche, inkl. zugehöriger Anhänge, einer verlorenen Opportunity aus dem Jahr 2011 zu einem Kunden, mit dem wir schon seit 4 Jahren keine weiteren Kontakte mehr hatten? In diesem Fall würde die Antwort (hoffentlich auch in Ihrem Projekt) lauten: „Nein“. Klar, den Kunden hatten wir im Zuge der Stammdaten-Migration bereits übernomen. Gut, die Opportunity vielleicht auch noch, wenn es sein muss, aber die Besuche für einen derart alten Datenbestand helfen unserem Vertrieb auch nicht weiter. Man kann sich schon denken, dass an dieser Stelle eine oder mehrere Abstimmungsrunde(n) mit den Verantwortlichen angesetzt werden sollten. Wenn es geht, sollen diese sogar etwas im Vorfeld geplant werden.

Werfen wir einen Blick auf die unterstützten Objekte im SAP C4C Release 1511, bevor wir in den Abstimmungstermin einsteigen:

Migration

Der Umfang an unterstützten Objekten im Standard deckt unsere Anforderungen komplett ab. Gewappnet mit diesen Informationen steigen wir in die Abstimmung ein, um die Datenmenge zu reduzieren. Das Ergebnis: Für uns sind in erster Linie die Aktivitäten, Leads und Opportunitys relevant. Unsere Datenmenge ist von Haus aus überschaubar, diese konnten wir sogar noch etwas eingrenzen, indem wir vor allem die etwas älteren Objekte in das neue SAP C4C System nicht übernehmen. Wie bereits erwähnt, deckt SAP Standard diese Anforderung komplett ab, also können wir die geforderten Bewegungsdaten getrost migrieren.

Es stellt sich, wie bei der Migration der Stammdaten, wieder die Frage nach dem richtigen Vorgehen. Überlegen wir uns folgendes Beispiel: Wir haben in SAP CRM 7.0 ein Lead, dessen Folgevorgang eine Opportunity ist, die wiederum einer Reihe an Aktivitäten (Termine, Telefonate etc.) zugrunde liegt. In diesem Fall macht natürlich nur ein Vorgehen Sinn. Wir migrieren zuerst die Leads, dann die Opportunitys und zum Schluss die Aktivitäten. In ihrem Best-Practice-Vorgehen schlägt SAP SE ebenso diese Migrationsschritte vor, wie man es der nachfolgenden Grafik entnehmen kann:

Migration

Mit dem richtigen Fahrplan vor Augen machen wir uns ans Werk und führen den „Initial Data Load“ Step-by-Step aus. Wir kennen es bereits aus dem vorherigen Blog-Einträgen. Es gibt auch für die Bewegungsdaten eine Reihe an Reports, die es uns erlaubt die Daten bequem in das SAP Cloud for Customer System zu übertragen.

Werfen wir einen Blick auf einen dieser Reports, um eine bessere Vorstellung davon zu haben, wie die Migration im System realisiert worden ist. Wir schauen uns das Migrationsprogramm für die Leads an:

Migration

Wir geben in diesem Report wieder die relevanten Daten an: die ID-Range zu übertragender Leads, den Prozesstyp (LEAD), bei Bedarf den Status und legen anschließend los. Die Ausführung klappte, laut den im System protokollierten Log-Files, ohne Probleme.

Das weitere Prozedere ist uns bereits bekannt. Wir führen Schritt für Schritt die relevanten Reports aus, um die Bewegungsdaten in das Cloud for Customer System zu übertragen.

Wie sich jeder vorstellen kann, ist das gesamte Vorgehen etwas umfangreicher als hier beschrieben. Um den Rahmen dieses Blogs nicht zu sprengen, sind wir daher eher in der Erörterung des Vorgehens auf einem höheren Level geblieben. Das Thema Integration wird sehr schnell extrem technisch und erfordert auch das entsprechende Verständnis aller Lösungen, SAP Cloud for Customer, SAP CRM 7.0 und SAP Prozess Integration (PI). Ich kann an dieser Stelle nur dringend empfehlen das Thema einer erfahrenen Person mit relevanten Systemkenntnissen anzuvertrauen. „Kaputt machen“ kann man zwar an dieser Stelle nicht viel, jedoch könnte es lange dauern, bis man die Daten erfolgreich transferieren könnte. Im Fall der Fälle kann man jederzeit auf die Systemsicherung zurückgreifen, welche man zuvor bei SAP für den Tenant beantragt hat. Die bereits erwähnte 14-Tage-Regelung sollte man aber wirklich ernst nehmen.

Nachdem die Initial Data Load Reports ausgeführt wurden, passiert die anschließende Übertragung der Delta-Daten, gemäß der Konfiguration, automatsch. Sprich, hat man eingestellt, dass die Geschäftspartner in beiden Systemen repliziert werden, so würden sämtliche Updates in beiden Lösungen synchron gehalten.

Für uns war die Integration primär nur eine „Fingerübung“. Zu unseren Zielen gehörte eine möglichst schnelle Konfiguration der Systeme und einmalige Übertragung der Daten, also „Initial Data Load“. Die Ziele konnten wir mit dem Standard gut und schnell erreichen. Also Hacken dahinter und ab zur nächsten Herausforderung.

Keyword: Migration

Hier geht´s zum letzten Blog-Eintrag…

One thought on “Migration in das SAP Cloud for Customer – Bewegungsdaten

  1. So geht eine SAP-Einführung. Das Projektteam soll aus weiteren Projekten berichten, am besten in dieser Form. Sehr gut gelungen und eine sehr gute Idee mit diesem Blog.

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